Der Grosse Rat hat in der Frühlingssession den Kantonalen Angebotsbeschluss für den öffentlichen Verkehr 2027–2030 verabschiedet. In der gesamten Region Bern-Mittelland wird das ÖV-Angebot künftig noch gezielter auf die Bedürfnisse der Bevölkerung ausgerichtet.
Die Regionalkonferenz Bern-Mittelland hat im Auftrag des Kantons in den Jahren 2022 bis 2024 das Regionale Angebotskonzept ÖV 2027–2030 erarbeitet. Dabei wurden die Angebote von Tram, Bus, Postauto und S-Bahn hinsichtlich Nachfrage und Kostendeckung überprüft. Ziel war es, die Attraktivität und Qualität des öffentlichen Verkehrs weiter zu steigern und damit die in der regionalen Mobilitätsstrategie 2040 definierten Ziele zur Verlagerung auf flächeneffiziente und umweltschonende Verkehrsträger zu fördern.
Die RKBM beantragte zahlreiche Taktverdichtungen sowie Ausbauten beim Abend- oder Wochenendangebot. Aufgrund der finanziellen Lage lehnte der Kanton viele dieser kleineren Angebotsverbesserungen ab. Die Mehrheit der weiteren Anträge – insbesondere jene, die auf separat erarbeiteten Angebotsstudien fussen – nahm er jedoch in den Beschluss auf.
Die RKBM evaluierte 2023 zusammen mit vier weiteren Berner Regionen geeignete Gebiete für On-Demand-Angebote: In Räumen, die sich nicht sinnvoll und wirtschaftlich mit dem klassischen ÖV erschliessen lassen, sollen kleinere Fahrzeuge «auf Nachfrage» die Anbindung an reguläre Linien sicherstellen.
Der Grosse Rat hat nun entschieden, die mybuxi-Angebote im Kiesental und rund um Belp als Bürgerbusse zu unterstützen sowie ein PostAuto-On-Demand-Abendangebot im Gantrischgebiet einzuführen. Damit setzt der Kanton ein Zeichen für flexible, zukunftsweisende ÖV-Lösungen – besonders in ländlichen Gemeinden mit disperseren Siedlungsstrukturen.
Auch das ÖV-Angebot in der Kernagglomeration wird gestärkt: Der Grosse Rat beschloss, die Tramlinie 6 Bern Bahnhof–Fischermätteli als zentrales Element des ÖV-Gesamtsystems beizubehalten – ein wichtiger Schritt für die Zukunft mit der Inbetriebnahme des Trams Bern–Ostermundigen. Zudem wird beispielsweise der Abschnitt Worblaufen–Ittigen der Linie 33 nach einem erfolgreichen Versuchsbetrieb ins Regelangebot aufgenommen, während die Linien 22 und 29 künftig mit grösseren Standardbussen fahren.
Nicht alle ÖV-Angebote erfüllen derzeit die kantonalen Vorgaben zu Kostendeckungsgrad und/oder Auslastung. Die RKBM beantragte deshalb bei einigen wenigen Linien sinnvolle Angebotsreduktionen, sprach sich bei vielen anderen jedoch für die Beibehaltung des bisherigen Angebots aus. Dem ist der Kanton weitgehend gefolgt.
Details zum Angebotsbeschluss finden Sie auf der Website des Kantons.