Erfolgreiches Pilotprojekt zur Innenentwicklung

Die Regionalkonferenz Bern-Mittelland RKBM hat ihr Pilotprojekt «Innenentwicklung – Potenziale aktivieren!» erfolgreich abgeschlossen. Seit 2016 hat sie drei ausgewählten Gemeinden bei ihren Innentwicklungsvorhaben begleitet. Ziel war es, übertragbare Erkenntnisse für alle Gemeinden der Region zu gewinnen. Die RKBM wird ihr Engagement über das Pilotprojekt hinaus fortsetzen: Das Beratungsangebot wird zur Daueraufgabe des Fachbereichs Raumplanung.

Die RKBM hat das Pilotprojekt «Innenentwicklung – Potenziale aktivieren!» im Mai 2016 gestartet – und damit auf ein wachsendes Bedürfnis der Regionsgemeinden reagiert. Die Kommunen sehen sich ganz unterschiedlichen Herausforderungen der Innenentwicklung gegenüber: Ländliche Gemeinden fragen sich, welchen Spielraum sie nach den geänderten Rahmenbedingungen in der Raumplanung noch haben. In Agglomerationsgemeinden herrscht vielfach Skepsis gegenüber der Siedlungsentwicklung nach innen (SEin), weil eine Zubetonierung von freien Flächen befürchtet wird.

Gute Innenentwicklung greifbar machen

Zentrale Idee des Pilotprojekts war es, an konkreten Fallstudien qualitätsvolle Innenentwicklung für unterschiedliche Aufgabenstellungen aufzuzeigen. Die drei RKBM-Gemeinden Golaten (heute Kallnach), Oberdiessbach und Muri bei Bern erhielten dazu Unterstützung mit Dienstleistungen.

Der Fallstudienansatz verfolgte mehrere Ziele: die Erarbeitung von Good-Practice-Beispielen bezüglich Qualität und Prozess, die Gewährleistung einer hohen Nachvollziehbarkeit (Live-Werkstatt) für alle Regionsgemeinden, die Vermittlung von übertragbaren Erkenntnissen sowie – als Fernziel – den Aufbau eines bedarfsgerechten Beratungsangebots.

Um die Erkenntnisse aus den drei Studien zu diskutieren, führte die RKBM in den Jahren 2017, 2018 und 2019 je einen Erfahrungsaustausch durch.

Mehrere Erfolgsfaktoren

Die RKBM hat die drei Fallstudien abgeschlossen. Dabei konnte sie wichtige Erfolgsfaktoren der Siedlungsentwicklung nach innen ermitteln. Diese lassen sich den drei Handlungsfeldern «Räumliche Qualität», «Prozessgestaltung» und «Partizipation» zuordnen:

  • Räumliche Qualität: Welchen Beitrag kann die Innenentwicklung leisten, um die Qualitäten des Ortes zu stärken bzw. schlafende Potenziale zu wecken? Die Art der Dichte – und nicht das Mass – sollte im Zentrum der Überlegungen stehen: Wie muss «Dichte» gestaltet sein, damit sie ins Ortsbild passt?
  • Prozessgestaltung: Wesentlich ist eine klare Definition der Problemstellung: Worum geht es genau? Worum nicht? Was ist das Ziel? Von zentraler Bedeutung ist es zudem, den Lenkungsbedarf zu erkennen: Wo deckt sich das räumlich Wünschenswerte mit den Absichten der Beteiligten?
  • Partizipation: Eine regelmässige, wertschätzende Kommunikation von Beginn an ermöglicht es Bevölkerung und Eigentümerschaften, den Prozess mitzuerleben und Verständnis für die Chancen von SEin zu entwickeln.

Positive Resonanz – neue Daueraufgabe

Die Rückmeldungen zum Pilotprojekt sind durchweg positiv. Die Regionsgemeinden schätzen die praxisorientierte Beratung durch die RKBM. Der Kanton Bern zeigt sich erfreut über den wirkungsvollen Beitrag der Regionalkonferenz zur Umsetzung seiner SEin-Ziele. Viel Lob erhält das Projekt zudem aus Fachkreisen.

Die RKBM wird ihr Engagement fortsetzen: Die Regionalversammlung stimmte der Einführung eines dauerhaften Beratungsangebots zur Innenentwicklung am 12. Dezember 2019 zu. Geplant sind folgende Dienstleistungen: projektorientierte Beratung für die Gemeinden, die Unterstützung einer Fallstudie pro Jahr mit externen Planerleistungen sowie ein jährlicher Erfahrungsaustausch. Finanziert wird das Angebot über die ordentlichen Mitgliederbeiträge der Gemeinden.

Weiterführende Informationen zum Pilotprojekt finden Sie hier.

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen