Zweite Tramachse Innenstadt: Projekt wird sistiert

Seit 2022 laufen die Arbeiten an der Zweckmässigkeitsbeurteilung (ZMB) «Zweite Tramachse Innenstadt». Auf Antrag der Stadt Bern hat die Behördendelegation (Regionalkonferenz Bern-Mittelland RKBM, Kanton und Stadt Bern) beschlossen, die ZMB zu sistieren. Die Weiterbearbeitung wird aufgrund von Abhängigkeiten zu anderen Projekten zurückgestellt. Zunächst sollen unter anderem langfristig belastbare Erkenntnisse für den Raum Bahnhof Bern und das Gesamtverkehrssystem vorliegen.

Die heutige Tram-Stammachse durch die Berner Innenstadt ist stark belastet. Mit der ZMB eruiert die Regionalkonferenz Bern-Mittelland RKBM gemeinsam mit Kanton und Stadt Bern, BERNMOBIL sowie der Gemeinde Ostermundigen eine geeignete Linienführung für eine zweite Tramachse, die machbar, zweckmässig, städtebaulich verträglich und finanzierbar ist.

Entlastung des Hirschengrabens hat Priorität

Die Behördendelegation (BHD) hat den aktuellen Stand der Arbeiten zur Kenntnis genommen. Sie stuft die Entlastung des Trambetriebs am Hirschengraben – mit einer zusätzlichen Gleisverbindung via Laupenstrasse–Belpstrasse – weiterhin als prioritär ein. Die BHD ist sich einig, dass dieser Schritt im Westen des Bahnhofs Bern jedoch nicht kurzfristig realisierbar ist.

Längerfristig ist bei einer Weiterentwicklung des Tramnetzes nach den heutigen Erkenntnissen auch östlich des Bahnhofs eine Entlastung der Achse Spital-/Marktgasse notwendig. Hier stehen noch zwei Varianten zur Diskussion, die das Tram entweder via Speichergasse–Nägeligasse oder via Lorrainebrücke–Viktoriarain führen. Eine Linienführung durch die Bundesgasse erwies sich hingegen aus verkehrstechnischen Gründen und wegen Sicherheitsanforderungen des Bundes als nicht machbar (vgl. Medienmitteilung der RKBM vom 30. April 2025).

Viele Abhängigkeiten

Die BHD erachtet einen definitiven Variantenentscheid derzeit nicht als realistisch und nötig, da starke Abhängigkeiten zu weiteren laufenden Planungen und Projekten im Perimeter der künftigen zweiten Tramachse bestehen: Bau- und Verkehrsmassnahmen «Zukunft Bahnhof Bern» (ZBB), Projekt «Autoarmer Bahnhofplatz» und eine allfällige Tramlösung gemäss den Ergebnissen der Zweckmässigkeitsbeurteilung «Wyler–Länggasse». Weiter gilt es, die Ergebnisse des Planungsprozesses «Stadtraum Bahnhof Bern» zu berücksichtigen.

Die RKBM plant, ihre Netzstrategie ÖV Kernagglomeration Bern auf Basis des per Ende 2028 vorliegenden kantonalen Gesamtverkehrsmodells (GVM BE 2025) zu aktualisieren. Diese Strategie leitet aus einer Gesamtnetzsicht Aussagen zur Entwicklung der Tram- und Hauptbuslinien sowie zur Wahl der Gefässgrössen ab. In diesem Rahmen wird auch die Funktion einer zweiten Tramachse nochmals überprüft werden.

Die BHD hat deshalb beschlossen, die bisherigen Resultate der ZMB «Zweite Tramachse Innenstadt» zu sichern und die Arbeiten zu sistieren, bis fundierte und langfristig belastbare Erkenntnisse aus diesen Projekten und Studien vorliegen.

Weiteres Vorgehen

Ein genauer Zeitpunkt für die Wiederaufnahme der Arbeiten an der ZMB kann gegenwärtig nicht genannt werden. Die RKBM wird die Öffentlichkeit zu gegebener Zeit informieren.

Weiterführende Informationen zur ZMB «Zweite Tramachse Innenstadt» finden Sie hier.

Kontakt und weitere Auskünfte durch die Regionalkonferenz Bern-Mittelland:

Thomas Iten, Präsident Kommission Verkehr RKBM, Telefon 031 930 14 14

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