Gemeindeübergreifende Dynamik und wachsendes Regionsbewusstsein prägen die Entstehungsgeschichte der Regionalkonferenz Bern-Mittelland. Der Hintergrund: Gemeinden stossen zunehmend an die Grenzen ihrer Handlungsmöglichkeiten. Wirtschaft und Gesellschaft sind mobil. Arbeit und Freizeit finden für viele Menschen ausserhalb der Wohngemeinde statt. Die Menschen wohnen in einer Gemeinde, leben aber in der Region. Die Ansprüche an den Service public steigen und werden komplexer. Das Wachstum von Wohnraum, Arbeitsplätzen und Verkehrsaufkommen ist nur noch gemeindeübergreifend zu lösen. Gleichzeitig sind die personellen und finanziellen Ressourcen der einzelnen Gemeinde begrenzt. Kurz: Die Region wird zum wichtigsten Handlungsraum. Die Planung des Verkehrs- oder des Kulturangebots, die Entwicklung von Wohnraum sowie von Standorten für die Wirtschaft ist deshalb längst nicht mehr nur eine kommunale Angelegenheit: Sie betrifft die ganze Region. Um die hohe Lebensqualität in allen Bereichen zu wahren und konkurrenzfähig zu bleiben, muss die Region Bern-Mittelland ihre Kräfte bündeln. Dazu sind effiziente Entscheidstrukturen und eine politische Vernetzung erforderlich.
2006
Start des Projekts „Bernplus – Stadt und Land gemeinsam“ mit dem Ziel, den Prozess für die Verbesserung der Zusammenarbeit in der Region Bern-Mittelland voranzutreiben und die allfällige Einführung einer Regionalkonferenz vorzubereiten. Die Zusammenarbeit unter den 101 Regionsgemeinden soll einfacher, wirkungsvoller und verbindlicher gestaltet werden. Das Projekt wird von acht regionalen Organisationen getragen: Region Aaretal, VRB Verein Region Bern, Planungsverein Region Gürbetal, Region Kiesental, Region Laupen, Regionsverband Schwarzwasser, Regionale Kulturkonferenz RKK Bern, Regionale Verkehrskonferenz RVK 4. Das Projekt ist ergebnisoffen: Erarbeitet werden Szenarien der künftigen gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit sowohl als Regionalkonferenz oder als möglicher Gemeindeverband.
Am 24. Oktober 2006 beschliesst die Konferenz der Gemeindepräsidien des Perimeters „Bernplus – Stadt und Land gemeinsam“, das Ziel einer Regionalkonferenz weiterzuverfolgen. Regionalkonferenzen sind gemeinderechtliche Körperschaften mit eigener Rechtspersönlichkeit, wie sie die kantonale Strategie für Agglomerationen und regionale Zusammenarbeit (SARZ) vorsieht.
2007
Am 17. Juni 2007 nimmt das Berner Stimmvolk die kantonale Vorlage zur Strategie für Agglomerationen und regionale Zusammenarbeit (SARZ) mit deutlichem Mehr an. Damit werden die gesetzlichen Grundlagen für die Einführung von Regionalkonferenzen ab 2008 geschaffen.
Am 3. Juli 2007 beschliesst die 2. Konferenz der Gemeindepräsidien des Perimeters „Bernplus – Stadt und Land gemeinsam“, die Regionalkonferenz Bern-Mittelland möglichst rasch umzusetzen. Die Regionalkonferenz Bern-Mittelland wird nur eingeführt, wenn sich eine Mehrheit der Bevölkerung und der Gemeinden in einer Urabstimmung dafür ausspricht.
Das Projekt „Bernplus – Stadt und Land gemeinsam“ wird im Jahr 2007 vom Bund im Rahmen seiner Agglomerationspolitik als Modellvorhaben aufgenommen und entsprechend unterstützt. Der Kanton Bern unterstützt das Projekt ebenfalls.
2008
Das künftige Geschäftsreglement der Regionalkonferenz Bern-Mittelland wird bei allen betroffenen Gemeinden und weiteren Interessierten in die Vernehmlassung gegeben. Das positive Vernehmlassungsergebnis zeigt die breite Akzeptanz der Regionalkonferenz.
2009
Am 17. Mai 2009 sprechen sich die Stimmberechtigten von 100 Gemeinden mit 81 % deutlich für die Einführung der Regionalkonferenz Bern-Mittelland aus, ebenso eine Mehrheit der Gemeinden.
Am 25. Juni 2009 findet im Schlossgut Münsingen die 1. Regionalversammlung mit dem Erlass des Geschäftsreglements statt.
Am 29. Oktober 2009 erfolgt im Anschluss an die 2. Regionalversammlung in Bern der offizielle Gründungsakt nach dem Motto „Die Regionalkonferenz Bern-Mittelland verbindet nach innen, stärkt nach aussen“. Die Regionalkonferenz Bern-Mittelland ist neben Oberland-Ost die zweite Regionalkonferenz im Kanton Bern.
Per 31.12.2009 ist damit das Projekt“ Bernplus - Stadt und Land gemeinsam“ erfolgreich abgeschlossen. Das Projekt war als Change-Prozess angelegt, welcher die betroffenen Gemeinden und Regionalorganisationen als Beteiligte stark eingebunden hatte.
2010
Am 1. Januar 2010 nimmt die Regionalkonferenz Bern-Mittelland offiziell ihre Tätigkeit auf. Die bisherigen Planungs- bzw. Bergregionen übergeben der Regionalkonferenz Bern-Mittelland die Aufgabenbereiche Raumplanung und Regionalpolitik. Die Regionale Verkehrskonferenz RVK 4, die Regionale Kulturkonferenz RKK Bern und der VRB Verein Region Bern treten ihre Aufgaben vollständig an die Regionalkonferenz ab und werden aufgelöst.
Die Regionalkonferenz Bern-Mittelland ist das geeignete Gefäss, in dem 96 Gemeinden im Interesse von 380'000 Einwohnerinnen und Einwohnern wirkungsvoll, rasch und verbindlich über wichtige regionale Fragen wie Verkehr, Raumplanung, Kultur, Regionalpolitik und Wirtschaft entscheiden, Themen im Bereich Soziales koordinieren und eine attraktive Energieberatung anbieten.
Die 11. Regionalversammlung befasst sich am 2. Juli 2013 mit der Bildung einer Konferenz Soziales. Weiter hat sie den Aufruf «Boden gutmachen» zu verabschieden, der eine Diskussion zu Wachstum und Bautätigkeit in der Region Bern auslösen will. weiterlesen